DARMSTADT e.V.  BBK DARMSTADT / SÜDHESSEN (Kreis Groß-Gerau, Kreis Darmstadt-Dieburg, Kreis Bergstrasse, Odenwaldkreis)

 

Aktuell
Wir über uns
eigene Projekte
Mitglieder
Künstlertreffen/VS
Links
Kontakt / Impressum
Gastatelier Archiv

 

 

Zeitgleich –Zeitzeichen 2007: Die Rückseite des Mondes

 

Die Rückseite des Mondes gilt als Metapher für das, was man nicht sehen, nicht greifen und nicht mit dem Verstand fassen kann. Die Dunkle Seite des Mondes (die ja nicht wirklich immer dunkel ist), ist jene Mondseite, die der Erde abgewandt ist und von der die Menschen über längste Zeit kein Bild hatten.

Das Ausstellungsprojekt des BBK Darmstadt beinhaltet 6 Veranstaltungen, die sich im Zeitraum Oktober-November 2007 jeweils überschneidend präsentieren.

                                                                                               

Wir bedanken uns bei allen Förderern und Sponsoren für die freundliche Unterstützung dieser Ausstellungsreihe, vor allem bei:

 

Darmstädter Förderkreis Kultur e.V.

Scheuermann Druck GmbH

apsec

Museum für Kommunikation Frankfurt

Weisser Turm e.V., Darmstadt

Alte Dorfkirche Hausen

Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein

Farbraum art gallery, Darmstadt

FoyerGalerie im Stadthaus, Darmstadt

 

1. Der Zauber des Unbekannten

4.10 bis 2.11.07- FoyerGalerie, Darmstadt

 

Unerforschtes, Unbekanntes, scheinbar Bedeutungsloses steht im Zentrum unserer künstleri­schen Auseinandersetzungen. Die Rückseite des Mondes ist eine Herausforderung die unsere Fantasie in Gang setzt.

Doris Schäfer beginnt ihre Unter­­suchung an den höchst irdischen Rückseiten verwitterter und verfärbter botanischer Namensschilder. Eberhard Malwitz überprüft, was Wissenschaft und was Phantasie zur Erforschung des Mondes beitragen. In seinem Gedankenexperiment starten Vertreter beider Fraktionen eine Expedition zur Rückseite des Mondes.

Georg Schrabeck taucht mit à la rechèrche III, einer Objektserie - work in progress - aus Blei, Holz und Acryl, in die Bleikammern persönlicher Erinnerung. Michaela Schrabeck bietet mit „Variationen II/Vom Hellen und Dunklen“, einem achtteiligen Wand­objekt Möglichkeiten, Farben, Formen und Textelemente entsprechend eigener Befindlichkeit variabel zu ordnen.

Vera Fles-Schönegge vertraut in ihren Landschaften unbewussten und spontanen Momenten, die das komplexe Spiel von Handwerk, Planung und Intuition lenken. Zoya Sadris Spiralobjekte stehen für Unsichtbares, das sich als Rückseite des Sichtbaren zu erkennen gibt.

 

2. Hertzsprung

5. bis 21.10.2007- Museum für Kommunikation Frankfurt

 

Hertzsprung – so heißt ein kartiertes Terrain auf der Rückseite des Mondes, benannt nach dem dänischen Astrophysiker Enjar Hertzsprung. Diese Seite, häufig auch als die „dunkle Seite des Mondes“ bezeichnet, sieht man von der Erde aus nie. Mit ihr verbinden sich zahlreiche Fantasien.

Das Video „Hertzsprung“ erforscht das Gebiet des Unbekannten, Fremden und sucht dabei die Antwort auf die Frage: Ist da etwas oder jemand im weiten, weißen Rund? –
Währenddessen brandet unaufhörlich Sprachenwirrwarr von der Erde herüber.

Jon Peter Pahlow, Agnes Stockmann, JA-ART.de

 

3. Hinter dem Rand

in Zusammenarbeit mit dem BBK Unterfranken

20.bis 28.10.07- Alte Dorfkirche Hausen

 

Die andere Seite des Mondes – eine Gegenwelt? Was geschieht hinter dem Rand, jenseits der Grenzen unserer Wahrnehmung?

Die Alte Dorfkirche, ein meditativer Ort, von seiner Bestimmung her eher eine Stätte des Glaubens als des Wissens, ermöglicht sechs Künstlerinnen und Künstlern den Blick ins Unbekannte. Es ist der Weg ins Ungewisse und Nichtkalkulierbare, denn auf der Rückseite des Mondes ist die Erde nicht mehr sichtbar. Der menschliche Dreh- und Angelpunkt ist dort nicht bekannt. Irdische Gesetze und Regeln sind auf der anderen Seite des Erdtrabanten außer Kraft gesetzt und unsere Perspektiven nicht mehr gültig. Innen und Außen, Oben und Unten stehen nicht mehr in den uns vertrauten Beziehungen zueinander, existieren dort vielleicht gar nicht.

 

Das gemeinsame Projekt der sechsköpfigen Künstlergruppe schlägt mit vielen künstlerischen Techniken an zwei Wochenenden eine Schneise ins Ungewohnte und Andersartige. Sound- und Lichtinstallationen, Performances, Objekte, Projektionen ermöglichen die Wahrnehmung anderer Sichtweisen.

www.hinterdemrand.de

 

4. Anders gesehen

26.10. bis 17.11.07- Weißer Turm Darmstadt

 

Die drei Darmstädter Künstlerinnen und Künstler erobern mit fotografischen Mitteln Zwischenwelten. Sie zeigen mehrdeutige Ansichten, die den Abbildungscharakter der Fotografie hinter sich lassen.

Klaus Philipp untersucht in seiner Serie ‚Mutationen‘ Naturobjekte. Er erschafft irritierende, skurril anmutende und paradoxe Metaphern des Organischen.

Vera Fles-Schönegge vergrößert minimale Auschnitte von alltäglichen Objekten. Vielfältige Assoziationen können über die rätselhaften Strukturen und die auftauchenden Räumlichkeiten entstehen. Man wird mit einer fremdartige Ästhetik konfrontiert, die wohl mit der uns unbekannten Rückseite des Mondes in Verbindung gebracht werden kann.

Doris Schäfers Fotografien dokumentieren Details von Stahlplatten und anderen rostigen Gegenständen. Sie werden in den Fotocollagen neu zusammengesetzt bzw. montiert, so entsteht das rätselhaft Andere, Neue, bisher Unbekannte.

 

5. Fluidum

1. bis 22.11.07- Farbraum Art Gallery Darmstadt

 

Angesichts formaler und struktureller Übereinstimmungen ihrer Arbeiten, haben die beiden Künstler beschlossen, bewusst in einen künstlerischen Dialog zu treten, um am Ende in einer Ausstellung die „Wirklichkeit“ hinter­gründiger Energien zu verdeutlichen. Im Rahmen der Ausstellung Zeitgleich - Zeitzeichen 2007 ‚Die Rückseite des Mondes‘ zeigen sie das Ergebnis ihres Dialogs als einer auf gemeinsamer Resonanz beruhenden Komposition.

 

Die Ausstellung wird von Aktionen mit dem Publikum begleitet, in denen der integrative Aspekt der Kunst genutzt wird. Das kommunikative künstlerische Projekt DNA-fruit/<personare< ermöglicht es jedem Besucher, mit einer einfachen, aber sehr prägnanten Technik einen künstlerischen Prozess in Gang zu setzen. Damit hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, Teil eines kollektiven Werkes zu werden und zugleich in sich etwas ganz Eigenständiges zu entdecken. Dieser dichte spielerische Prozess wird fotografisch dokumentiert und ausgeformt.

 

6. Verborgen

4. bis 11.11.07- Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein

 

Rätselhaft und suspekt wie die Rückseite des Mondes zeigt sich die private und ruhende Seite der Bahn. Drei Künstler erwirken Einlass in die geheim­nisvolle Welt ihrer dienstfreien Zeiten. Verborgen in einem Lokschuppen ruhen die alten Damen des fahrenden Gewerbes. Hier machen an zwei Wochenenden Raum- und Klanginstalla­tio­nen ihr verborgenes Leben fühlbar.

 

Jarós feine Ölmalerei, sonst auf hellen, reinen Galeriewänden strahlend, schlängelt sich an ölverschmierten Kesseln und schwarzen Kohle­tendern entlang und schwebt wie ein fliegender Teppich schwerelos in dunkler Nachbarschaft der massiven Dampfrösser. Es ist wie der Traum der Loks von der Welt da draußen.

 

Die Lokomotive ist weiblich. Kein Wunder also, dass so viele Männer ihr, der schwarzen Schönheit in roten Strümpfen, verfallen. Gollas rote Schuhfetisch-Symbole bringen die alten Dampfdamen zum Stöhnen. Sie ächzen, prusten, säuseln. Sie knarren und quietschen beim Strecken und Dehnen des alten Eisens. Hier lassen sie sich gehen. Und man kann es sogar hören an diesem Ort, möglich gemacht durch Nikolaus Heyducks Soundcollage, die die eigenwillige Sprache der Schienenfahrzeuge für menschliche Ohren übersetzt.